VfB Speldorf - Wuppertaler SV Borussia II 1:1 (Oberliga Nordrhein, 16.10.05)

Tribüne in Speldorf "In Mülheim/Ruhr - da is Ruhrpott pur", heißt es in einem Stück der Mülheimer Punkband Lokalmatadore, und wo Trinkhallen und Pommesbuden nah sind, können Fußballvereine nicht weit sein. Erfolgreichster Klub der östlich von Duisburg gelegenen Stadt ist der 1. FC Mülheim, der als 1. FC Styrum von 1974 bis 1976 sogar in der 2. Bundesliga Nord spielte. Inzwischen haben sich die Zeiten jedoch geändert, Vereine wie Union 09, Vatanspor und allen voran der VfB Speldorf haben die Vorherrschaft in der Stadt übernommen.

Gegründet wurde der VfB im Jahre 1919, tingelte als SC Preußen Speldorf oder VfB Mülheim-Speldorf zumeist durch die Niederungen der Ligen, brachte dabei aber immerhin einen Nationalspieler (Torhüter Fritz Buchloh), einen später erfolgreichen Trainer (Detmar Cramer) und eine Zweitligasaison (1956/57) hervor. Größter Erfolg der jüngeren Geschichte ist der Aufstieg in die Oberliga Nordrhein 2005.

"Schulz, du Sau"

Hier schlägt sich der VfB bisher wacker, liegt nach zehn Spieltagen auf dem neunten Rang und damit einen Platz vor dem Gegner Wuppertaler SV Borussia II. Auch der Zuschauerzuspruch ist eines Viertligisten würdig, die heutige Zahl von 850 Zuschauern - meist gesetzteren Alters - kann sich durchaus sehen lassen, zumal der Anteil der Gästefans mit ca. 15 dabei eher gering ausfällt.

Zur Einstimmung auf die Partie ertönt kurz vor Anpfiff oben erwähntes Lied "Mülheim/Ruhr" über die Lautsprecher, ehe die Begegnung mit der frühen Führung der Gäste einen furiosen Auftakt nimmt. Anschließend drückt der VfB trotz einer Roten Karte auch in Unterzahl auf den Ausgleich, scheitert aber mehrfach am glänzenden WSV-Keeper. Dieser trägt den schönen Namen Schulz auf seinem Trikot und darf sich prompt von einem einheimischen Rentner das unvermeidliche "Schulz, du Sau" anhören. Nach etwa einer Stunde fällt nach einem schönen Angriff doch noch das 1:1, bei dem es bis zum Schluss bleibt.

Das Stadion am Blötter Weg ist eine gepflegte kleine Anlage, in deren Zentrum eine ansehnliche Tribüne steht, über die Spieler und Schiedsrichter das Spielfeld betreten müssen. Zu beiden Seiten der Tribüne finden sich heute reichlich frequentierte Stufen, die übrigen drei Seiten des Stadions bestehen aus einem kleinen Grashügel und einigen Bäumen. Unter dem Strich steht somit ein harmonischer Gesamteindruck. Daran ändern können auch die Aussetzer der in einer Ecke angebrachten Anzeigetafel nichts. Die Digitalanzeige bedarf jedenfalls einer dringenen Überholung: Nach 90 Minuten zeigt diese einen Endstand von "_:7"...