Sporting Lissabon - Rio Ave 1:1 (Liga Zon Sagres, 21.9.2013)

Estadio Alvalade von Sporting Lissabon

Exakt 8,5 Kilometer beträgt die Strecke vom kleinen Drittligisten Oriental de Lisboa zum großen Nachbarn Sporting, viel zu früh traf ich somit am Estadio Alvalade ein. Zumal ich vorgesorgt und bereits am Mittag ein Ticket erstanden hatte - wofür ich etwas überraschend knapp 30 Minuten in einer langen Schlange stehen und mir die Sonne auf den Kopf scheinen lassen musste.

Alvalada von außen
Sporting Lissabon also, mit mehr als 100.000 Mitgliedern einer der größten Klubs der Welt, der dennoch stets im Schatten von Benfica (250.000) stand und steht. Auch sportlich hat Sporting längst den Anschluss an den Lokalrivalen und den FC Porto verloren, nach den Meisterschaften 2000 und 2002 gab es nichts mehr zu holen für die Leoes ("Löwen").

Bunte Sitze gehen nicht

Mit dem Estadio Jose Alvalade XXI hat Sporting aber immerhin ein echtes Schmuckkätchen in seinem Besitz. 52.327 Sitzplätze bietet die zur EM 2004 gebaute Arena, die auch nach fast zehn Jahren dank des geschwungenen Dachs und der gelben Dachstützen noch immer futuristisch aussieht.

Estadio Alvalade
Jene Sitzplätze sind aber auch einer der wenigen Makel am Alvalade: Bunte Schalen gehen einfach nicht, egal ob in Düsseldorf oder Lissabon. Von Außen dagegen wirkt das farbenfrohe Outfit, das bekanntlich gleich mehrere EM-Stadien verpasst bekamen, durchaus schick und freundlich.

Denkwürdige Spiele im Alvalade

Große Spiele gab es hier freilich eine Menge, erinnert sei nur an zwei: Bei der EM verlor Deutschland sein letztes Gruppenspiel gegen eine B-Elf Tschechiens mit 1:2 und musste die Heimreise antreten. Ein Jahr später stieg an gleicher Stelle das UEFA-Pokal-Finale, für das sich niemand anderes als Sporting qualifizierte - aber 1:3 gegen ZSKA Moskau verlor.

Dach bei Sporting Lissabon
Heute dagegen stand grauer Liga-Alltag auf dem Programm. 31.516 Zuschauer sorgten gegen das kleine Rio Ave dennoch für eine ordentliche Kulisse; der Gast aus Vila do Conde hatte etwa 150 Anhänger im Gepäck. Los ging es etwas überraschend schon knapp 30 Minuten vor Anpfiff mit dem ersten Teil einer Choreograhpie los.

Die Stärke unseres Löwen

"A forca do nosso leão... remonta aos anos da fundacao" (etwa: Die Stärke unseres Löwen geht zurück auf das Jahr seiner Gründung") stand in der Ecke der Torcida Verde zu einer passenden Blockfahne zu lesen, später dann "Sporting 1906, o único compromisso" und noch "Adeptos militantes, adeptos vigilantes" (äähhh... "wehrhafte Anhänger, wachsame Anhänger" ... oder so...). Mehr dazu (auch Fotos) gibt es auf der Torcida-Homepage..

Gute Aussichten
Vor Anpfiff wird erst einmal Sportings Emanuel Silva geehrt und vom Publikum gefeiert. Nein, der gute Mann ist kein Fußballer, sondern Kanute und frisch gebackener Weltmeister der Titelkämpfe in Duisburg. Dann geht es los, Sporting gelingt ein kurioses Tor aus spitzem Winkel (--> Video), doch viel mehr kommt nicht. Die Strafe folgt nach dem Seitenwechsel mit dem Ausgleich.

Songtexte auf der Leinwand

Die Stimmung im weiten Rund ist dennoch gut, es wird viel gehüpft und gesungen, auch wenn ich eingeblendete Songtexte auf der Leinwand immer etwas peinlich finde. Meine Sympathien hat Sporting dennoch relativ schnell erobert - was wohl nicht zuletzt an den Vereinsfarben liegt. Viele Schals könnten 1:1 auch im Borussia-Park getragen werden.

Nach Schlusspfiff muss ich noch ein wenig im Verkehrschaos rund um das Stadion ausharren, ehe irgendwann das Ibis erreicht ist und am nächsten Morgen ein echter Leckerbissen angegangen wird: Das Estadio Alfredo da Silva in Barreiro.

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