16 Minuten sagte das Navi, dank Bleifuß und leeren Straßen ging es am Sonntagmorgen auch in 13. Direkt vor dem Sportpark Langmannskamp geparkt, 2 Euro auf den Tisch gelegt, Anpfiff gehört, hinsetzen, ausatmen. Und: Kaffee holen.
Essen-Steele ist dann auch endlich Pott: Vor dem Stadion, das diesen Namen durchaus verdient hat, erinnert ein Mini-Förderturm an den Bergbau, der auch hier einst bedeutend war. Und dann diese herrliche Art! Etwa, als ein Steeler Spieler nach seiner Auswechslung an drei Opas vorbei musste. "Ey, Jung, haste keine Luft mehr oder watt?" – "Nee, hab scheiße gespielt" – "Ja, ist uns auch aufgefallen."
An dieser Stelle ein Geständnis: Der Fünfer heute war in Wirklichkeit nur ein Vierdreiviertler, denn ins Steele musste ich in der 75. Minute die Zelte abbrechen. Ich schäme mich auch. Nicht.
Spiel 3, 13.00 Uhr: SuS Beckhausen II – SV Horst Emscher 08 IV 5:0 (Kreisliga C)
Mit Tempo 80 ging es hinein ins Schalker Kernland – vorbei an Glückauf-Kampfbahn und Arena, einmal abbiegen und schnell geparkt. Fun Fact: Wusstet ihr, dass die Arena AufSchalke gar nicht in Schalke liegt und daher eigentlich "Arena InErle" heißen müsste? Lassen wir das.
Mit dem Einlaufen der Teams joggte ich pünktlich durch ein Tor des recht pompösen Eingangsbereiches – und war sofort angetan. Erstens, weil nicht wie befürchtet auf dem Ascheplatz gespielt wurde. Zweitens, weil ich von nun an in Gesellschaft war und diese bereits winkte. Und drittens, weil sich eine Schönheit auftat. Gelsenkirchen ist unfassbar reich an alten, sehenswerten Stadien, und die Bezirkssportanlage Braukämperstraße reiht sich da nahtlos ein.
Schon die Lage am Fuße der Halde Rungenberg ist idyllisch, hinzu kommen die begrünten Stufen auf der einen und die Sitzbänke auf der anderen Seite. Zudem lässt sich in den längst renaturalisierten Kurven erahnen, dass auch hier einst gestanden wurde – die Anlage wurde (wohl) zu Beginn der 60er Jahre erbaut. In der Pause gab es eine selbstgemachte Waffel, um nach Spielende zu zweit den kurzen Weg zum Highlight des Tages in Angriff zu nehmen…
Spiel 4, 15.00 Uhr: Preußen Sutum – VfL Grafenwald 2:1 (Kreisliga A)
Erwähnte ich schon, dass Gelsenkirchen reich an sehenswerten Stadien ist? Die Bezirkssportanlage Oststraße in Erle ist das nächste Beispiel: 15.000 Zuschauer finden auf den unzähligen Stufen und der abgesetzten Tribüne (siehe Foto ganz oben) Platz. Sogar eine Art Homepage hat die Anlage. Dort lässt sich auch prüfen, ob vielleicht doch nur auf dem Kunstrasen gekickt wird. Heute bestand keine Gefahr. da beide Plätze belegt waren.
Während nebenan bei der SpVgg Erle gut 200 Zuschauer für Rabatz sorgten, inklusive Zaunfahne ("Erler Knappen") und Böller, begann unser Kick vor nur 30 Interessierten eher gemächlich – ein Spieler fragte gar während des Spiels die Zuschauer, wie denn Schalke gespielt habe. Am Ende ging es doch noch hoch her, als Sutum in Unterzahl aus einem 0:1 ein 2:1 machte.
Übrigens: Allzu viel lässt sich über die Bezirkssportanlage Oststraße nicht herausfinden. Warum diese Größe? Wozu dieser opulente Eingangsbereich? Waren die Ränge mal voll? Schwierig. Aber: sehenswert. Und: Lecker Würstchen vom Grill gibt es. Gut gestärkt wartete noch ein letzter Kick:
Spiel 5, 17.30 Uhr: Croatia Mülheim III – SC Hertha Hamborn 2:5 (Kreisliga C)
Ohne Zeitdruck ging es nach Mülheim, wo sogar noch der Mitfahrer in der Nähe des Bahnhofs rausgeworfen wurde. Croatia hatte heute volles Programm mit drei Herren-Heimspielen, da passte die Anstoßzeit von 17.30 Uhr doch wunderbar. Zumal der Sportplatz Moritzstraße auch ganz nett ist.
Wobei: Ohne Gesellschaft und nach den deutlich schöneren Plätzen in Gelsenkirchen machte sich nach dem Anstoß bei mir ein rapider Abfall der Motivation bemerkbar. Meine Eingangsfrage nach der Fußball-Lust am Ende des Tages beantwortete ich mit einem "Geht so". Und vielleicht, ganz vielleicht, habe ich den Schlusspfiff auch nicht mehr vor Ort erlebt, um spontan meinen Sohn noch ins Bett bringen zu können.
Fazit: Ja, es war viel Kreisklasse dabei. Dennoch würde ich den ersten Fünfer meiner Hopping-Karriere als "vernünftig" bezeichnen. Kein einziger Dorfplatz war dabei, zudem fünfmal Herren-Fußball (kann natürlich jeder halten, wie er will). Und Spaß gemacht hat es, richtig viel sogar. Dennoch wage ich die Prognose, dass es vorerst mein letzter Fünfer bleiben wird. Manchmal ist weniger einfach mehr.
PS: Natürlich habe ich gecheckt, ob nicht irgendwo noch um 20.00 Uhr gekickt wird. Wurde aber nicht.
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