Kaum zu glauben: Die Idee, Mädchen- und Frauenfußball bei Borussia aufzubauen, stammt aus der Fanszene. Nicht zuletzt Holger und Silke Spiecker (Silke sogar als Spielerin) waren es, die 1995 die Gründung der "Borussia Ladies" mitgestalteten und eine Erfolgsgeschichte starteten.
Wobei: Wenn man ehrlich ist, ist der Frauenfußball trotz zweier Erstligajahre (2016/17 und 2018/19) nicht so richtig angekommen bei der Borussia. Die Zuschauerzahlen sind überschaubar, gerade auch im Vergleich zu anderen Klubs auf Augenhöhe. Und so scheint die 2. Bundesliga aktuell (leider) das Maximum dessen zu sein, was möglich ist.
Frauenspiel Nummer 3
Und ich gebe zu: Auch bei mir ist der Frauenfußball nicht so richtig angekommen. Das heutige Spiel war das 1687. meines Lebens - und erst das dritte Frauenspiel. Das erste dieser drei stammt sogar aus dem Jahr 1996, als der DJK-VfL Willich mit einer Mitschülerin im Kader (Hallo, Andrea!) in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den späteren Finalisten FC Eintracht Rheine 0:10 verlor.
Heute waren die Voraussetzungen ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass: Borussia traf in der ersten Runde auf den Titelverteidiger und Meister Bayern München. Dazu zog die Borussia ins große Stadion um. Weil das für heute eigentlich angepeilte Spiel kurzfristig ausfiel (Grrr) und der Sohn auch Lust hatte, ging es recht spontan zu den Borussia Ladies.
6608 Zuschauer und eine Beinahe-Überraschung
Am Ende wurden es 6608 Zuschauerinnen und Zuschauer. Immerhin, sag ich mal. Etwa 100 davon standen im Gästeblock, einer davon sogar mit Megaphon. Ich bin ganz ehrlich: Ich ziehe den Hut vor so viel Engagement, aber ein bisschen seltsam sieht das schon aus, wenn jemand vor einer so überschaubaren Menge ein Megaphon benutzt. Früher reichte da die Stimme für :-)
Um ein Haar wären die Anwesenden Zeuge einer, nun ja, dicken Überraschung geworden. Bis zur 70. Minute führte die Borussia - dann aber wechselten die Bayern mal eben Giulia Gwinn, Pernille Harder und Klara Bühl ein, und schon war das Ding gedreht. Schade, schade. Trotzdem: Hut ab - und vielleicht bis bald. Hat jedenfalls Spaß gemacht.