SC Hansa 11 Hamburg - SV Curslack-Neuengamme 1:5 (7.10.26, Hamburg-Pokal)
Acht deutsche Stadien haben es in das großartige Buch "European Football's Greatest Grounds" geschafft. Einer davon ist ein eigentlich öder Kunstrasenplatz mit einer Kapazität von nur 500 Plätzen - doch bei der Sportanlage Heiligengeistfeld ist es das Äußere, das zählt.
Eingeengt zwischen dem Millerntor-Stadion auf der einen und dem mächtigen Hochbunker aus dem Jahr 1942 auf der anderen Seite kauern gleich zwei Plätze. Diese spektakuläre Lage bedeutet in besagtem Buch Platz 100, hierzu heißt es auf der Doppelseite unter anderem (Übersetzung von mir): "Europa hat viele außergewöhnliche Fußballlandschaften zu bieten, doch nichts wirkt so unmittelbar gewaltig wie der Flakturm IV, der sich neben dem Platz auftürmt."
Ausflug nach oben
Tatsächlich hat dieses Setting auch schon Hopper aus dem Ausland angelockt. Also zogen auch der Fünfjährige und ich am Abend noch einmal los, um dem SC Hansa 11, dem laut eigener Homepage "Traditionsverein auf St. Paulis Heiligengeistfeld", im Verbandspokal einen Besuch abzustatten.
Durch das schicke Vereinsheim des SC ging es über Platz 2 hinüber zu Platz 1. Mehr als ein paar Bänke direkt an der Linie gibt es dort nicht, der eine oder andere Ball kann also am eigenen Kopf landen. Wobei wir nach 30 Minuten einen Perspektivwechsel wagten und nach Einbruch der Dunkelheit den Bunker erklommen. Das Besteigen ist kostenlos (nur die Gummibärchen mussten wir vor den Drehkreuzen abgeben, pfff...), also ging es im Sauseschritt hinauf.
Vogelperspektive
Tatsächlich schauten etwa 15 Personen das Spiel aus erhöhter Position - von wegen "kein Ausbau" :-). Von der seit wenigen Jahren begrünten Spitze des Bunkers ist sogar ein Blick ins Millerntor-Stadion möglich. Die Nähe zwischen Nazi-Bau und dem klar links positionierten FCSP ist schon frappierend.
Zurück am Kunstrasen gab es noch eine Pommes, ein paar Tore vor immerhin fast 100 Zuschauern und schließlich die Fahrt ins Hotel, die genaue Uhrzeit darf die Mama (Huhu!) natürlich niemals erfahren ;-). Rund um den U-Bahnhof sorgten inzwischen alle möglichen Menschen, Gerüche und Geräusche für einen bunten Mix, was bei meinem Sohn für große Augen sorgte. Also ab in die Bahn - die übrigen Straßen St. Paulis kann er dann später mal besuchen...