Hier mal ein Hot Take: Die schlechteste Regel im Fußball ist der Elfmeter. Fand ich schon immer, finde ich immer mehr.
VAR als Verstärker
Warum? Ganz einfach: Ein Elfmeter - also ein fast sicheres Tor - ist eine (viel) zu harte, weil meist spielentscheidende Strafe für oft harmlose Situationen, in denen nicht der Hauch einer Torgefahr bestand. Klar - bei Hand auf der Linie oder Foul am einschussbereiten Stürmer macht eine solche Bestrafung schon Sinn. Aber wie viele der heutigen Elfmeter kompensieren denn tatsächlich eine genommene Großchance auf ein Tor? Ich behaupte: In 90 Prozent der heutigen Elfmeter-Situationen wäre in der betreffenden Szene nie ein Tor gefallen.
Der VAR hat diese Tendenz leider noch verstärkt. Die Fallsucht an der Strafraumgrenze, ist inzwischen ekelhaft groß - eben weil bei einem Pfiff ein fast sicheres Tor lockt. Was also wäre die Alternative? Vielleicht - nur bei Szenen ohne Torgerfahr, wohlgemerkt - ein indirekter Freistoß im Strafraum? Warum eigentlich nicht?
Wie einst gegen die Bayern
Elfmeter haben aber natürlich auch einen ganz besonderen Reiz. Vor allem solche in der Nachspielzeit. Spontan fällt mir der von Bensebaini gegen die Bayern im Dezember 2019 ein. Dieses Entscheidende, dieses Definitive... wow. Wer erinnert sich nicht? Drin, Bayern geschlagen, Tabellenführer. Geil.
Etwas ähnlich Definitives hatte heute der Elfmeter von Kevin Diks in der vierten Minute der Nachspielzeit. Soooo wichtig waren die drei Punkte - und sooo groß war die Erleichterung. Weiter so!
Ob der Elfmeter eine gerechte Strafe für die recht harmlose Szene im Vorfeld war? Mir doch egal ;-)
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